28Sep2009
In: Politik
Autor: Sebastian

Ich trage eine Fahne. Und diese Fahne ist tot. (hoffte man)
Ich konnte es kaum glauben, als ich es heute morgen gesehen habe. Während mein aktueller Wahlkreis Wannsee ein Ergebnis produziert hat, dass ich mir in einer modernen, offenen Gesellschaft und drittgrößten Wirtschaftsnation der Welt vorstelle (CDU 37,3% / FDP 18,9% / Linke 5,8%), hatte meine alte Heimat im Harz doch wirklich nicht besseres zu tun, als mit wehenden Fahnen den Kommunismus wiederauferstehen zu lassen. Mit 32,2% wurde die Linke im Harzkreis stärkste Partei.
“Ich trage eine Fahne …”
Da stellt sich reflexartig die Frage, ob man dort nichts dazu gelernt hat. Haben 40 Jahre Sozialismus nicht gereicht, um zu demonstrieren, wohin uns eine staatliche diktierte Wirtschaft und Meinungsverordnung führen? Es ist wirklich traurig, zu sehen, dass eine Partei, die Neid und Missgunst schürt wie keine andere und wirtschaftlichen Erfolg in die Nähe eines Verbrechens stellt, im schönen Harzkreis derart feste Wurzeln hat.
Ich hoffe, ich kann meine Eltern noch eine Weile ohne Passierschein besuchen.
Christian
September 29th, 2009 at 9:22 pm
Bei allem berechtigten Unmut aber bitte nicht vergessen, dass das Direktmandat des Harzkreises an CDU-Kandidatin Heike Brehmer ging, die sich gegen zwei MdB – Elke Reinke von der Linkspartei und Andreas Steppuhn von der SPD – durchsetzen konnte. Die CDU im Harzkreis stellt damit seit 1994(!) erstmalig wieder einen Bundestagsabgeordneten (bzw. eine Abgeordnete) – und das ist, wie ich finde, ein mehr als erfreuliches Ergebnis…
Sebastian
September 29th, 2009 at 9:28 pm
Ich finde es trotzdem sehr gruselig, dass im Harz jeder Dritte nicht gemerkt hat, dass man seit fast 20 Jahren das Kreuz auch woanders machen kann.
André
October 2nd, 2009 at 12:12 pm
Der Harz liegt mit seinem Wahlergebnis im landesweiten Trend. Wir haben flächendeckend zweistellige Verluste bei den Sozialdemokraten und man muss sich ja nur mal angucken, wo diese hingewandert sind – im wesentlichen zur Union oder zur Linkspartei.
Dort wo die SED-Fortsetzungspartei vorne liegt, hat es die CDU nicht geschafft diese “klassischen SPD-Wähler” an sich zu binden.
Letztendlich hat die plötzliche Stärke der Sozialisten und Kommunisten nichts mit einem Linksruck der Bürgerinnen und Bürger, sondern ausschließlich mit der Profillosigkeit der SPD zu tun.