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Beschneidung der Presserfreiheit: In Deutschland ersetzen Geldstrafen das Gefängnis als Druckmittel
Seit einigen Tagen hat Deutschland einen neuen HIV-Skandal. Eine bekannte Pop-Sängerin wurde verhaftet und steht unter dem Verdacht, mit mehreren Männern ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, obwohl sie von ihrer HI-Infektion wusste.
Eine Berliner Kanzlei, die sich schwerpunktmässig auf die Vertretung von Prominenten, die sich durch die Presse in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sehen, verlegt hat, warnte die Medien schon vorab durch eine Pressemitteilung vor einer Berichterstattung in diesem Fall. Gestern hat man sich beim Landgericht Berlin eine E.V. abgeholt.
Ich stimme mit Bild-Chef Kai Diekmann überein, dass dieser massive Eingriff in die Pressefreiheit nicht hinnehmbar ist. Die Vorbildfunktion einer Prominenten macht es gerade zur Pflicht, über solche schweren Vorwürfe zu berichten.
Insgesamt stelle ich in Deutschland inzwischen eine starke Einschränkung der Pressefreiheit fest. Wir selbst haben mehrere Male Bekanntschaft mit Medienanwälten gemacht und mussten eine Beschneidung unserer Berichterstattung hinnehmen.
Grund genug für mich, erneut darüber nachzudenken, welche Alternativen sich für einen deutschen Sitz bieten. In manchen Themenbereichen ist eine Berichterstattung so stark beschnitten, dass sie kaum mehr durchführbar ist. Im Gegensatz zu China landet man in Deutschland zwar für seine Äußerungen zwar in aller Regel nicht hinter Gittern (zumindest, solange man brav zahlt), aber setzt sich kaum tragbaren finanziellen Risiken aus.
Sascha
April 16th, 2009 at 12:34 pm
Schön auf den Punkt gebracht!
Torsten
April 16th, 2009 at 2:19 pm
100%ack. Ich erinnere mich noch gern an den Anwalt eines bekannten Comedians Atze S. alias Hubertus A., der mich kontaktiert hat, weil ich den Realnamen ausgeschrieben auf meiner Ticket-Seite stehen hatte.
(Zudem war damals noch der Markeneintrag “Atze S…….” von selbigen Hubertus angemeldet worden und über die Markensuche des DPMA abrufbar)