me and the world

Ein schönes Ende für ein sehr positives Börsenjahr. Schon beeindruckend, dass wir seit 2003 nur ein einziges Jahr (2008) mit einer negativen Kursentwicklung zu verkraften hatten.
Es steht außer Frage, das Aktien noch immer die ertragsreichste Asset-Klasse sind. Während beispielsweise das hochgelobte Gold von 1980 bis heute müde 37 Prozent erwirtschaftet hat, erzielte der DAX im gleichen Zeitraum 1200 Prozent.
Gold, Immobilien und Tagesgelder werden selten mehr als einen Inflationsausgleich erzielen. In weiten Phasen gelingt nicht einmal das. Ein Investment in wachstumsstarke, nachhaltig operierende Unternehmen hingegen hat sich schon über viele hundert Jahre als Garant für eine langfristige Wertsteigerung erwiesen.
Find ich gut!
Die 6.000 Punkte schaffen wir dieses Jahr bestimmt auch noch. Das waren dann knapp 70 Prozent seit dem Tief. Eine Traumrendite für Mutige. Solch grandiosen Chancen gibt es an der Börse leider nicht allzu oft.

Olafen geht mal wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach und bejubelt sich auf seinem HQ-Medium Kerner.de selbst. Dieses Mal feiert er sich für seine angeblich so zielgenauen Aktienprognosen.
Okay, kurz zu den Fakten
Prognose 1: DAX fällt 2009 deutlich unter 3.500 Punkte
Ergebnis: verfehlt, der DAX ist weder deutlich noch undeutlich unter 3.500 Punkte gefallen
Pronose 2: DAX steigt nicht wesentlich über 5.000 Punkt
Ergebnis: verfehlt, der DAX ist bis auf 5.903 Punkte gestiegen (> 18% über 5.000)
Mit Olafen ist das ein bisschen wie mit dem Lottospielen. Hätte ich die “6 statt der 7″ und statt der “41 die 4 und die 1″, würde ich meinen dicken Bauch jetzt auf den Malediven solarisieren lassen.
Aber sei es drum. Die ganze Welt wartet schon sehnsüchtig auf Olafens Prognose für 2010. Leider ist die gewohnt wage:
kerner.de rechnet für das erste Halbjahr 2010 mit einem Einbruch des DAX auf deutlich unter 4000 Punkte, und im folgenden mit einer Seitwärtsbewegung, welche die Marke von 5000 Punkten nur selten überschreiten wird.
Wenn Olaf keine Pussy ist, liefert er was Handfestes nach. Wo steht der DAX am 31.12.2010?
Ich finde Google Trends / Insights for Search ja inzwischen deutlich spannender als Alexa. Vor allem deshalb, weil man damit eine ganz andere Sicht auf das oft vom Medienhype erfasste Geschehen in der Offline-Welt bekommt.
Nehmen wir mal das Beispiel “Schweinegrippe”. Hier kann man prima sehen, wie sich das Interesse der Bevölkerung an diesem Thema entwickelt hat. Inzwischen können die Medien trommeln, was sie wollen, mehr als ein Gähnen gibt es nicht mehr dafür. Wir sind resistent gegenüber Todesmeldungen und Panikmache geworden:
Noch interessanter ist ein Blick auf diesen Chart:
Während am Anfang der zweiten Schweinegrippe-Welle offenbar noch großes Interesse an der Schutzimpfung bestand, ist das inzwischen deutlich abgekippt. Die Suche nach den Schweinegrippe Symptomen konnte sich von diesem Trend deutlich absetzen.
Wie interpretiere ich das? Die Leute erkranken weiterhin in hoher Zahl (und suchen daher nach den Symptomen). Der meist milde Krankheitsverlauf hat aber nicht genug Bedrohungspotential, um sich impfen zu lassen.
Nun lässt sich das in diesem Fall kaum monetarisieren. Die Impfdosen sind bestellt und die Schweinegrippe Impfung ist für keinen der Pharmahersteller ein “Blockbuster”. Aber es gibt sicher andere Produkte, deren Erfolg man mittels Google Trends viel eher abschätzen kann, als alle Analystenberichte, Quartalsberichte etc. das ermöglichen.
Google Trends ist mein neues Lieblings-Börsen-Tool

Ich mag den Kindle aufgrund seiner “Verschlossenheit” und Häßlichkeit nicht. Die meisten Amazon-Kunden scheinen das aber anders zu sehen. Jedenfalls ist der E-Book-Reader offenbar zum Verkaufsrenner im Vorweihnachtsgeschäft geworden. Die Börse honoriert es mit netten Kursaufschlägen.
Und da bin ich dann doch ganz leidenschaftslos und freue mich auch, wenn ich mit hässlichen Dingen Geld verdiene.
1000 Prozent in 10 Jahren
Ich weiß nicht, ob ich das hier schon mal ausgeplaudert habe, aber in mein Depot wandern nur Aktien, die das Potiential haben, sich innerhalb von 10 Jahren zu verzehnfachen. Bis dahin hat aber auch Amazon noch einen langen Weg vor sich.
Ich habe per Mail mal wieder eines meiner Lieblingsthemen, die Wirtschaft, diskutiert. Und damit Ihr daran teilhaben könnt, paste ich das mal hier rein:
Imho wird sich die Konjunktur schnell erholen. Die Börse liefert dafür ja die beste Prognose. Und zwar in allen Feinheiten. Mein Depot hat längst wieder die Hochs vor der Krise erreicht. Ich habe allerdings auch nur Werte aus den neuen Industrien, die inhabergeführt sind.
Imho ist das Zeitalter von Großkonzernen, die von Quartalsmanagern geführt werden, vorbei. Größe und Kapitalkraft sind eben keine echten Wettbewerbsvorteile mehr. In diesem Bereich werden wir noch ein großes Sterben sehen. Aber daran hängen weder signifikante Arbeitsplatzzahlen noch Effekte, die sich auf die wachsenden Ökonomien durchschlagen.
Wir werden auch künftig schwächelnde Unternehmen in den Bereichen sehen, die schon seit langem nicht mehr für ihre Kunden arbeiten: Banken, Automobilkonzerne, klassische Medien.
Wer hätte vor einigen Monaten gedacht, dass wir schon im traditionell schwachen Sommer noch soviel Spass an der Börse bekommen? Udo und Olafen haben sich noch vor kurzem gegenseitig in ihren Horrorszenarien zu übertreffen versucht.
Es bleibt nur zu hoffen, das die Jungs ihre Unwissen Meinung nicht mit Geld untermauert haben. Dann nämlich dürfte es sie auf einem ähnlich falschen Fuss erwischt haben, wie die, die in Kürze den gestiegenen Kursen hinterherturnen werden. (Shortsqueeze)
Zur Erinnerung: Die Börse erholt sich stets 3-4 Quartale vor der Realwirtschaft.
Im Moment quillt der Markt vor Liquidität über. Zinsen gibts dafür dank der Notenbanken nicht mehr. Jede Anlage im Geldmarkt führt zu Inflationsverlusten. Wenn das nicht der Sprengsatz ist, auf ich gewartet habe
Yippi! Geschafft! Im Gegensatz zur letzten Prognose hat es dieses Mal nur einen knappen Monat gedauert, bis die Zielmarke erreicht wurde.
Der putzige Olaf wartet wahrscheinlich immer noch auf seine 3.500 Punkte. Ich freue mich über diesen Gipfelsturm und haue mal ein paar Positionen raus, damit der eigenfinanzierte Anteil meines Depots mal ein bisschen steigt
Ich erwarte zwar nicht, dass wir deutlich zurückfallen, aber bei 42% im DAX seit dem Tief im März schadets auch nicht, das Depot mal wieder in “Normallage” zurückzusteuern

Die Börse macht wieder Spass!
Mal so als Starter: Alfred Maydorn “Von Tulpen und Blasen keine Ahnung”
Das ist es auch, was mich immer wieder überrascht. Die Börse funktioniert seit Jahrhunderten nach den gleichen Prinzipien und trotzdem zeigen sich die Menschen und vor allem die Medien immer wieder davon überrascht.
Gerade der aktuelle Anstieg der Märkte wird ungläubig kommentiert. Dabei ist es kein Geheimnis, dass die Märkte der Realwirtschaft 3-4 Quartale vorauslaufen. Da wir seit März wieder steigen, dürfte der konjunkturelle Tiefpunkt also zum Jahreswechsel oder spätestens im Frühjahr 2010 erreicht sein.
Das die Wirtschaft nicht sofort wieder durchstartet, wird imho auch die Aktienmärkte nochmal kräftig durchrütteln. Wenn ich in meine Kristallkugel schaue, würde ich aber sagen, dass wir jetzt erstmal durch die 5.000 im DAX schiessen … dann konsolidieren und zum Jahresende ein Niveau von 6.000 – 6.500 erreichen. Wenn die Wirtschaft dann mit einem frisch renovierten Finanzsystem wieder durchstartet, gibts auch 2010 endlich meine 10.000 DAX-Punkte
Sehr schön! Wenn wir noch 2-3 Tag weitersteigen, dürfte es noch zu einer netten Welle von Shorteindeckungen kommen. Die aktuelle Erholung ist noch im normalen Erwartungsrahmen. Wenn wir aber Richtung 5.000 laufen, dürfte es zu Panikkäufen kommen. Bei dem aktuellen Handsvolumen sehr explosiv.
Ich finde es ja schade, dass der Olaf immer so furchtbar falsch liegt, wenn es um Börsenprognosen geht
Oder um es mal in der sächsischen Version zu bringen: Äs stäht 10:0 för dän Säbastschan.