me and the world

Einmal im Monat: Zahlenschau
Am ersten jedes Monats nehme ich mir die Zeit, einen “internen Monatsabschluss” zu machen. Ich habe dafür eine Art “interne Buchhaltung” mit den verschiedensten Kennzahlen und Diagrammen. Ich nutze diese Gelegenheit immer, um darüber nachzudenken, wo ich etwas nachjustieren kann, was ich an meinen Arbeitsabläufen ändern kann, wo die größten Wachstumspotentiale liegen.
Kurswechsel
Trotzdem passiert es mir regelmäßig, dass sich mein Geschäft unbemerkt zu weit in eine Richtung entwickelt, die mir eigentlich nicht gefällt.
Die Umsätze von Softclick sind mittlerweile zu rund 60 Prozent von kurzfristigen Informationen (News, Termine, Artikel zu kurzlebigen Trends) abhängig. Das ist etwas, was so nie geplant war und dringend korrigiert werden muss.
Hier ist wieder einmal ein Punkt erreicht, wo ich zwischen kurzfristigen Umsätzen und langfristig nachhaltiger Entwicklung abwägen muss. Und ich habe mich zu lange für die kurzfristigen Umsätze entschieden.
Der Plan
Ich will noch in diesem Jahr den Anteil der kurzfristigen Umsätze auf deutlich unter 50 Prozent drücken. Mittelfristig möchte ich wieder die Quote erreichen, die wir noch vor einigen Jahren hatten. 10% aus kurzfristigen Inhalten, 90% aus “Langläufern”.
Persönlich
Auf diese Problematik bin ich vor allem durch “freie Tage” aufmerksam geworden. Durch den Umzug und die Feiertage haben mir im Januar rund 10 Arbeitstage gefehlt. Das Pensum nachzuholen, war ein “Kraftakt”, auf den ich gerne hätte verzichten können.
Ich möchte wieder da hin, dass ich entspannt eine Woche frei machen kann, ohne danach mehr als einen Tag nachholen zu müssen oder Umsatzrückgänge hinnehmen zu müssen.

Softlick US nimmt Fahrt auf
Ich hatte neulich ja schon darüber geschrieben, dass die USA das erste Schlachtfeld für meine zaghaften Internationalisierungsversuche sind. Da die derzeit 5 US-Projekte viel Spielraum für Experimente lasse, habe ich auch beim Hosting eines gewagt.
Das Anmieten eines US-Servers bei derzeit ca. 15.000 monatlichen Besuchern erscheint mir wie der sprichwörtliche Kanonenschuss auf den Spatzen. Deshalb werde ich das GoDaddy Grid Hosting ausprobieren. Das gibts derzeit als Einführungsangebot (BETA) für unter 4 Euro pro Monat. Da ich Grid (oder Cloud) Hosting eh spannend finde (welcher Seitenbetreiber will sich schliesslich mit Servertechnik/-skalierung rumschlagen?), kommt mir diese Probiermöglichkeit mehr als gelegen.

Amerika, wir kommen!
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde. Schliesslich bin ich nicht gerade ein Amerika-Fan und der Meinung, dass die größte “Demokratie” unserer Welt zwar nett geschminkt ist, aber ganz schön am Po stinkt. (was sie in den letzten Monaten auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat)
Die ersten ganz zaghaften Schritte zur Internationalisierung von Softclick tragen aber nun tatsächlich die ersten Früchte. Ich hatte es – aufgrund meiner mangelnden Sprachkenntnisse in anderen Sprachen – zunächst mit dem amerikanischen Markt versucht. Aktuell kommen zwar erst rund 3 Prozent meines Traffics aus den Vereinigten Staaten, aber ich beabsichtige, den Anteil deutlich zu erhöhen.
Die weitere Expansionsliste sieht so aus:
USA
Grossbritannien
Russland
… danach vielleicht irgendwann mal Südamerika und Asien. Aber ich fürchte, das wird noch 3 Jahre dauern oder nie passieren
Mein Ziel ist es, den Anteil an internationalem Traffic in den nächsten zwei Jahren auf 30 Prozent anzuheben. Ich werde regelmässig von den Fortschritten berichten.
In Bulgarien werde ich natürlich auch ein paar Tests fahren. Ich denke, das liegt nahe, wenn man mit einer reizenden Bulgarin liiert ist

Projekte in meinem Verantwortungsbereich
Da ich in diesem Jahr deutlich weniger (in Zeit gemessen) arbeiten will, muss meine Arbeit effektiver organisiert werden. Dazu gehört, dass ich mir einen Überblick über meine Aufgaben verschaffe.
Am Ende letzten Jahres ging es mir oft so, dass ich gar nicht mehr genau wusste, für welches Portal ich eigentlich jetzt noch etwas machen wollte. Mit Gabriel (hier fehlt immer noch ein Blog, auf den ich linken kann
) habe ich schon oft über die Portalnamen gewitzelt, weil wir sie teilweise selbst durcheinander gewürftelt haben.
3 Farben, 3 Projektstati
Die Grafik oben zeigt das System, mit dem ich versucht habe, Ordnung ins Chaos zu bringen. (die Portalnamen wurden aus verständlichen Gründen entfernt) Dabei steht ein Kästchen für ein “Projekt”. Ein Projekt besteht wiederrum aus 1-20 Portalen.
Ich habe drei Farben verwendet, um den aktuellen Projektstatus zu kennzeichnen:
Grün
Diese Projekte “funktionieren”. Die Kosten und die erzielten Erlöse stehen in einem solchen Verhältnis zueinander, dass sich der Betrieb und die weitere Investition in diese Projekte ohne Frage lohnen. Die Portale erwirtschaften echte Umsätze und überschreiten gewissen Reichweiten.
Rot
Diese Projekte haben noch nicht bewiesen, dass es sich lohnt, sie fortzuführen. Das kann einerseits an mangelndem Engagement oder andererseits an der Reaktion des Marktes liegen. Die Projekte sind noch nicht abgeschrieben, liegen aber derzeit auf Eis.
Gelb
Diese Projekte sind ebenfalls (noch) nicht erfolgreich. Hier sehe ich / sehen wir aber aktuelles Potiental und konzentrieren uns daher ausserhalb des operativen Geschäfts (grüne Projekte) auf deren Ausbau.
2006 hatte ich es geschafft
… mein Lieblingsunternehmen (Softclick) war nach knapp zwei Jahren den Kinderschuhen entwachsen, die gesamten Arbeitsläufe waren etabliert und zum größten Teil outgesourced. Ich konnte ab April die Beine hochlegen, mein Arbeitspensum drastisch reduzieren und mich nach knapp 8 Jahren Selbständigkeit mal wieder meinen Hobbys (Rennrad fahren, Fotografieren etc.) und meinen Freunden widmen.
Im Sommer 2007
… habe ich dann eine neue Herausforderung gesucht und gefunden. Zusammen mit Gabriel wollte ich eine kleine Denkfabrik (www.yabonga.de) in Potsdam schaffen, die im Team Internet-Geschäftsmodelle evaluiert und umsetzt. Zusammen mit dem anziehenden Wettbewerbsumfeld für Softclick war das defacto ein 24/7-Job. Den habe ich gerne und mit Begeisterung gemacht. Etwas Neues entstehen zu sehen, hat immer seinen ganz besonderen Reiz.
Im November 2008
… waren die Akkus leer. Gerade in der Phase vor meiner Darmspiegelung und einer zweiwöchigen, üblen Erkältung hatte ich viel Zeit, darüber nachzudenken, wie wichtig mir mein privates Leben und meine Gesundheit sind. Mein Rennrad hat sich 2007 gelangweilt. Ich war oft gereizt, müde und nervös zugleich. Mein Gewicht hatte sich längst wieder dem sportlosen Niveau vor 2006 angenähert.
Zeit für Veränderung
Seit einigen Wochen treibe ich wieder Sport (Schwimmen, moderates Workout und ein wenig Taekwondo). Ich ernähre mich bewußter (dazu schreibe ich bestimmt später im Detail nochmal etwas) und werde jetzt damit beginnen, mein Arbeitspensum auf das “Normalniveau” von 50 Stunden herunterzufahren. Yabonga ist inzwischen auf einem guten Weg – ein positiver Cashflow auf Monatsbasis erreicht.
Mein Gewicht sinkt wieder, der Ruhepuls auch

Wie einige Wochen Sport und bewusste Ernährung den Körper verändern ...
Learning
Wochenarbeitszeiten von 90+ Stunden gehören für mich definitiv der Vergangenheit an. Der Preis für ein solches Arbeitspensum ist einfach zu hoch. Wer 90+ Stunden arbeitet, hat auch in den restlichen Wachstunden kaum etwas anderes als die Company im Kopf.
Ich danke allen, die Opfer meiner “Überarbeitungslaunen”, meiner geistigen “Abwesenheit” und meines Zeitmangels geworden sind und trotzdem zu mir gehalten haben.